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Trato Común   Leopoldo F. Fleming, Christian Gonsior    Februar 2013 | Alessa Records | Jazz

 CD-Rezension im Concerto Magazin 2/2013
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CD- Rezension im Falter 8/2013 /Stadtzeitung Wien

Der unweit des Jazz­epizentrums Saalfelden aufgewachsene Saxofonist Christian Gonsior hat gemeinsam mit dem Perkussionisten Leopoldo F. Fleming ein Album eingespielt, das seine Energien vor allem aus afro-kubanischen Rhythmen speist, Hardbop und Latin Jazz verbindet und sich vom epischen Pathos­ eines John Coltrane ebenso hat inspirieren lassen wie von der Spiellaune eines Sonny Rollins. Wobei Fleming (der so wie sein Partner vier der neun Stücke beigetragen hat) auch vor sehnsuchtssüßem Sentiment keine Scheu hat, wenn er klösterlicher Liebe („Love in the Cloisters“) nachsinnt.                                 Klaus Nüchtern

CD-Rezension freiStil  #48  April/Mai 2013

Dem Duo Fleming & Gonsior ist mit Trato Común ein sehr feines, groovendes Stück Jazz mit einer Prise Latin geglückt. Die beiden werden dabei  kongenial von tollen Musikern unterstützt, die das Projekt durch ihre Präsenz und Wachheit aufwerten. Deshalb hört man neun gut abgehangene Kompositionen (bis auf das Stück Esperame En El Cielo von Paquito Lopez vidal) aus den Federn der beiden Leader, die ihre Stärken in einer melodischen, homogenen Elastizität haben. Jedes für sich erzählt eine Geschichte, ist es wert, gehört zu werden. Die aus Martinique stammende Dinah Vero drückt mit ihrem perlenden, bluesgetränkten Klavierspiel vielen Songs zusätzlich ihren Stempel auf. Fein. Gonsior selbst ist ein jubilierender Holzbläser, versiert und immer am Puls des Geschehens. Leopoldo Fleming ist ein mit allen Wassern gewaschener, vielseitiger Musiker, der ein ganzes Paket von Stars und „Big Names“ mit seinen Trommelkünsten unterstützt hat (Nina Simone,  Archie Shepp, Diane Reeves, Randy Weston, Lonnie Liston Smith – um nur ein paar zu nennen), der einer Komposition durch seine unerbittliche aber feine Perkussionsarbeit zu Struktur und Eleganz verhelfen kann. Ein Tonträger, der einen Füße wippend und Finger schnippend in gute Stimmung versetzt. Den ausdrucksstarken Sänger José Mangual Jr. muss man auch noch gesondert erwähnen. Reife Leistung – Trato Común!                                                                                                      (ernst mitter)

 

Meet the Onkel  – Christian Gonsior & ONKEL (PG Records SD 10293)

CD-Rezension im Concerto Musikmagazin 1/2008
Pure Energie – Christian Gonsior und seine Formation ONKEL Die österreichische Formation Onkel steht für kraftvollen, ekstatischen, groove-orientierten Jazz, der eine ganze Reihe von musikalischen Einflüssen in sich vereint. Der Bandleader, Saxofonist Christian Gonsior, und seine vier Mitmusiker setzen ganz gezielt die Rifftechnik ein, das heißt, es werden immer wieder kurze, prägnante Melodiephrasen wiederholt, welche als Basis für das weitere musikalische Geschehen – bei Onkel meist wilde, energiegeladene Improvisationen – dienen. In diesem Kontext nennt Gonsior gerne Namen der Jazzlegenden Count Basie, Duke Ellington und Sun Ra. Die Gruppe Onkel hat Gonsior im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Kürzlich ist das 2005 eingespielte Album „Meet the Onkel“ erschienen. Posaune und Keyboard spielt Martin Ptak, unter anderem Mitbegründer des Takon Orchesters und Mitglied der Nostalgie-Formation Velvet Elevator sowie Christoph Cechs Bigband Nouvelle Cuisine. Die rockigen und bluesigen Aspekte von Onkel unterstreicht Soundtüftler Markus Mayerhofer aka Max mit seiner E-Gitarre. Als Ruhepol der Band wird Bassist Stefan Fallmann gerne bezeichnet. Auch er ist bei Velvet Elevator dabei, sorgt aber etwa auch in der Soulband von Juci Janoska und dem Popprojekt Ordinary World für die tiefen Töne. Für den Rhythmus zeichnet Mathias Koch verantwortlich. Der vor Kreativität nur so strotzende „Wahnsinnszeugler“ bereichert so manche Formation mit seiner Experimentierfreudigkeit, etwa die Klezmerpartie Nifty’s oder das Free/Electronic-Projekt Low Frequency Orchestra. Die genaue Rezeptur für das höchst brisante Gebräu namens Onkel beschreibt Gonsior so: „Man nehme: Enthusiamsmus für die afro-amerikanische Musiktradition, als Background die New Yorker Loftszene der 70er Jahre und die Blaxploitation-Produktionen dieser Zeit sowie eine Kindheit mit viel Jazz. Man mische all das ordentlich durch, heize mit treibenden Rhythmen auf und würze kräftig mit solistischen Improvisationen.“ Gonsior sieht Onkel als eine Konzeptband, ähnlich einer Rockband aus den 1970ern. Er verzichtet ganz bewußt auf den Einsatz künstlich generierter Sounds, weil ihm der pure Klang der Instrumente besonders wichtig ist. Das Bandkonzept ist insofern aufgegangen, als Onkel einen eigenständigen Sound entwickelt hat.Möglich wird das Ganze nicht zuletzt dadurch, dass es sich bei den Bandmitgliedern um fünf echte Individualisten handelt, die zudem in der Lage sind, ihre musikalischen Ideen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. „Meet the Onkel“, wo auch immer die Gelegenheit dazu besteht!                                   Jörg Weitlaner

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